Zahl der Unternehmensinsolvenzen bleibt niedrig

Wie der Verband der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands – VID – meldet, befindet sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen von Januar bis September dieses Jahres deutlich unter der des Vorjahres. Eine Insolvenzwelle war in Folge der schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Unternehmen infolge der Corona-Pandemie erwartet worden.
vom 12. Dezember 2021
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Zahl der Unternehmensinsolvenzen bleibt niedrigWie der Verband der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands – VID – meldet, befindet sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen von Januar bis September dieses Jahres deutlich unter der des Vorjahres. Eine Insolvenzwelle war in Folge der schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Unternehmen infolge der Corona-Pandemie erwartet worden.
Der VID bezieht sich bei seiner Einschätzung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Danach ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 14,5 Prozent zurückgegangen. Zurückzuführen ist die niedrige Zahl auf die staatlichen Hilfen, die offenbar greifen. Allerdings könne die tatsächliche Belastungsprobe dieser Unterstützungsleistungen noch kommen, so der Verband in einer Pressemitteilung.
 

Mögliche Rückzahlungen staatlicher Hilfen

Das hängt damit zusammen, dass die finanziellen Hilfen, die an die Unternehmen aufgrund der Einschränkungen während der Pandemie ausgezahlt wurden, unter dem Vorbehalt der Überprüfung in einer Schlussabrechnung stehen. Es ist also nicht auszuschließen, dass Betriebe die Beträge teilweise oder vollständig zurückzahlen müssen. Das könnte für Unternehmen den Knock-Out bedeuten. „Die Überbrückungshilfen wurden zwar noch einmal bis in den Sommer des nächsten Jahres verlängert. In der Zwischenzeit hat sich in vielen Branchen das Geschäft verändert“, kommentiert Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands die aktuelle Lage. „Irgendwann werden sich diese Unternehmen den neuen Marktbedingungen stellen und ihr Geschäftsmodell überdenken müssen: Hotellerie und Gastronomie kämpfen mit fehlenden Mitarbeitern, der Einzelhandel mit dem allzeit verfügbaren Angebot des Online-Handels.“
 

Eher Marktaustritte als Insolvenzen

Auch für das kommende Jahr rechnet der VID nicht mit einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen, der das Niveau der Vor-Coronazeit deutlich übersteigt. Angesichts der sich verändernden Marktbedingungen erwartet der Berufsverband eher einen Anstieg bei den Marktaustritten außerhalb der Insolvenz.Bildnachweise: © Imago / Steinach

Beitrag von Alexander Pradka

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