Angriffsziel Homeoffice

Fast 60 Prozent der vom Digitalverband Bitkom befragten Unternehmen, die Homeoffice nutzen, haben mindestens einen IT-Sicherheitsvorfall zu beklagen. Der durch Cyberkriminalität verursachte finanzielle Schaden war 2020 so hoch wie noch nie.
vom 25. August 2021
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Angriffsziel HomeofficeArbeiten von zu Hause aus – seit Beginn der Corona-Pandemie neue Realität. Aktuell deutet vieles darauf hin, dass es auch nach dem Zeitpunkt, zu dem wir COVID-19 im Griff haben, in vielen Unternehmen ein Mix-Modell geben wird. Technisch klappt das ja alles ganz gut – doch bestehen Sicherheitslücken, die Betriebe in den Griff bekommen müssen.
Der Digitialverband Bitkom hat ermittelt, dass es in fast 60 Prozent der Unternehmen, die das Arbeiten von zu Hause aus ermöglichen, seit dem Beginn der Pandemie zu mindestens einem IT-Sicherheitsvorfall gekommen ist, der im Zusammenhang mit dem Homeoffice steht. An der Studie nahmen 817 Unternehmen teil. Die Studienergebnisse sind bei Statista erschienen.
 

Ein Viertel mit häufigen Vorfällen

Rund ein Viertel der Befragten gab an, dass sich derartige Ereignisse sogar „häufig“ ereigneten. Immerhin 39 Prozent der an der Studie teilnehmenden Betriebe berichteten, dass es „keine“ Fälle gegeben habe. Fraglich ist natürlich, ob tatsächlich jedes Unternehmen wirklich bereit ist, Sicherheitsvorfälle zuzugeben. Jedenfalls wollte der Digitalverband von den Firmen mit Bekenntnis zu mindestens einem Ereignis auch wissen, ob ein Schaden entstanden ist. 52 Prozent der Betroffenen antworteten mit „ja“, 45 Prozent sagten, dass kein Schaden entstanden ist, die restlichen drei Prozent machten keine Angaben.
 

Finanzieller Schaden so hoch wie noch nie

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat auf Basis der Bitkom-Daten ermittelt, dass sich der finanzielle Schaden durch Cyberattacken im Zusammenhang mit dem Homeoffice 2020 auf rund 52 Milliarden Euro beläuft. Insgesamt haben IT-Sicherheitsvorfälle im vergangenen Jahr der deutschen Wirtschaft einen finanziellen Schaden in Höhe von 223 Milliarden Euro verursacht, das ist so viel wie noch nie zuvor. 2019 waren es beispielsweise „nur“ 103 Milliarden Euro gewesen. Unternehmen haben also noch einiges an Nachholbedarf, was vor allem die Sensibilisierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angeht – neben der Implementierung notwendiger technischer Vorkehrungen.
In eigener Sache: Die Herausforderungen, die Unternehmen im Zusammenhang mit dem Homeoffice noch stemmen müssen, sind das Titelthema der nächsten Ausgabe des unternehmensjurist. Diese erscheint am 10. September. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Cyberkriminalität – und den Maßnahmen, die Firmen dagegen ergreifen können. Bildnachweise: © Unspleash / Mika Baumeister

Beitrag von Alexander Pradka

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